Wer schon einmal einen Text geschrieben hat und sich fragte, ob es „im Großen und Ganzen“ oder „im großen und ganzen“ heißt, ist nicht allein. Die Wendung ist eine der häufigsten Rechtschreibfallen im Deutschen – und gleichzeitig eine der logischsten, sobald man die Regel dahinter kennt.

Duden-Empfehlung: im Großen und Ganzen ·
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Häufigste Variante: im Großen und Ganzen (mit Großschreibung)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Die Wendung bleibt in der standardsprachlichen Praxis fest etabliert – auch in Prüfungen und Bewerbungsschreiben (Wortliga (Rechtschreibportal))

Vier Kernfakten zur Schreibweise und Bedeutung im Überblick:

Merkmal Wert
Offizielle Schreibweise im Großen und Ganzen
Bedeutung alles in allem, im Allgemeinen
Wortart Redewendung, feste Wendung
Duden-Eintrag vorhanden

Wird im Großen und Ganzen groß geschrieben?

Die Regel der Substantivierung

  • Die Großschreibung von „Großen“ und „Ganzen“ folgt der Regel, dass substantivierte Adjektive großgeschrieben werden. Nach der amtlichen Rechtschreibung sind Adjektive, die wie Substantive gebraucht werden, großzuschreiben (Duden – Groß- und Kleinschreibung).
  • Das Grammis-Portal des IDS Mannheim (Grammatikfragen) bestätigt: Adjektive in festen Wendungen mit Präposition („im“) werden substantivisch verwendet und daher großgeschrieben.
  • Die Wendung ist kein Sonderfall, sondern ein Paradebeispiel für die Substantivierungsregel. Auch andere Wendungen wie „im Allgemeinen“ oder „im Folgenden“ folgen demselben Prinzip (Studyflix (Lernplattform – Groß- und Kleinschreibung)).
Das Prinzip

Die Großschreibung signalisiert dem Leser, dass es sich nicht um die Adjektive „groß“ und „ganz“ handelt, sondern um eine eigenständige idiomatische Einheit – vergleichbar mit „der Erste“ oder „der Deutsche“.

Ausnahmen und Sonderfälle

  • In der informellen geschriebenen Sprache (Chat, SMS) wird die Wendung gelegentlich kleingeschrieben, was aber nicht standardkonform ist (korrekturen.de (Sprachberatung)).
  • Wer die Wendung wörtlich im Sinne von „das Große und das Ganze“ meint, schreibt ebenfalls groß – dort ist die Substantivierung noch eindeutiger.

Die Konsequenz: Wer „im großen und ganzen“ klein schreibt, setzt sich über die Substantivierungsregel hinweg. In formellen Texten, Bewerbungen oder Prüfungen ist die Kleinschreibung ein Fehler.

Was bedeutet „im Großen und Ganzen“?

Allgemeine Bedeutung

Synonyme und Umschreibungen

  • Gebräuchlichste Synonyme: „alles in allem“, „insgesamt“, „im Wesentlichen“, „auf das Ganze gesehen“ (Woxikon (Synonymwörterbuch)).
  • Die Wendung „im Großen und Ganzen gesehen“ ist eine leicht erweiterte Variante, die ebenfalls großgeschrieben wird.

Was das bedeutet: Die Redewendung ist ein weicher Ausdruck – sie schwächt Aussagen ab, ohne sie zu entkräften. Im Arbeitszeugnis kann das eine versteckte Botschaft sein.

Wie verwendet man „im Großen und Ganzen“ in einem Satz?

Typische Satzbeispiele

  • „Im Großen und Ganzen war ich mit dem Ergebnis zufrieden.“ (Linguee (Beispielsätze))
  • „Die Präsentation lief im Großen und Ganzen gut, auch wenn es am Anfang technische Probleme gab.“
  • „Im Großen und Ganzen gesehen hat sich die Investition gelohnt.“

Stellung im Satz

  • Die Wendung kann am Satzanfang („Im Großen und Ganzen…“) oder im Satzinneren stehen („…bin ich im Großen und Ganzen zufrieden.“).
  • Am Satzanfang wird das „I“ ohnehin großgeschrieben, aber die Großschreibung von „Großen“ und „Ganzen“ bleibt auch im Satzinneren erhalten (Duden – Satzanfang und Substantivierung).
Typische Falle

Viele Muttersprachler schreiben „im großen und ganzen“ kleingedankenlos klein, weil sie die Wendung als gewöhnliche Wortgruppe sehen. Die bewusste Großschreibung erfordert ein Verständnis der Substantivierungsregel – und genau das prüfen Rechtschreibtools.

Die Flexibilität in der Position macht die Wendung zu einem vielseitigen Werkzeug – solange die Schreibung stimmt.

Wie wird „im Großen und Ganzen“ im Arbeitszeugnis verwendet?

Bedeutung in Arbeitszeugnissen

  • In der kodierten Sprache von Arbeitszeugnissen signalisiert „im Großen und Ganzen zufrieden“ eine eingeschränkte Zufriedenheit. Es entspricht etwa der Note 3 (befriedigend) (wirtschaftsdeutsch.de (Fachportal Arbeitszeugnisse)).
  • Die Formulierung ist Teil der standardisierten Bewertungsskala und darf nicht wörtlich als positiv interpretiert werden.

Bewertungsskala

  • Note 1: „stets zu vollster Zufriedenheit“
  • Note 2: „zu voller Zufriedenheit“
  • Note 3: „im Großen und Ganzen zufrieden“ – darunter wird die Leistung mit Einschränkungen bewertet.
  • Note 4: „hat sich bemüht“
  • Note 5: „nicht zufriedenstellend“

Die Konsequenz für Arbeitnehmer: Wer „im Großen und Ganzen“ im Zeugnis liest, sollte nachfragen. Es ist kein negatives Signal, aber auch kein positives – die Leistung war mittelmäßig.

Was bedeutet „im Großen und Ganzen“ im deutschen Recht?

Rechtliche Verwendung

  • Im Recht wird die Wendung verwendet, um eine summarische Betrachtung auszudrücken, ohne ins Detail zu gehen (z. B. in Urteilsbegründungen: „Im Großen und Ganzen hat der Kläger die Voraussetzungen erfüllt.“) (Rechtswörterbuch (juristische Begriffe)).
  • Eine spezifische Legaldefinition besteht nicht; die Bedeutung entspricht der allgemeinen Sprachebene (korrekturen.de (Sprachberatung)).

Abgrenzung zur Alltagssprache

  • Anders als in der Alltagssprache wird die Wendung im Recht eher selten und dann meist in Leitsätzen oder Zusammenfassungen verwendet.
  • Richter nutzen sie, um eine Gesamtbewertung vorzunehmen, ohne Einzelaspekte aufzuzählen.

Der springende Punkt: Ob im Gerichtssaal oder im Büro – die Wendung dient stets als sprachliches Werkzeug, um eine Gesamtaussage mit Vorbehalt zu treffen. Präzision entsteht erst im Bewusstsein dieser Nuance.

Bestätigte Fakten und was unklar bleibt

Bestätigte Fakten

  • Die Großschreibung von „Großen“ und „Ganzen“ ist korrekt und durch den Duden bestätigt (Duden).
  • Die Bedeutung „alles in allem“ ist sprachwissenschaftlich unstrittig (DWDS).
  • Die Wendung wird in Arbeitszeugnissen als kodierte Note 3 (befriedigend) verwendet (wirtschaftsdeutsch.de).

Was unklar ist

  • Eine spezifische Legaldefinition existiert nicht (Rechtswörterbuch).
  • Die genaue Einstufung in Arbeitszeugnissen kann je nach Formulierung im Einzelfall leicht abweichen (wirtschaftsdeutsch.de).

„Die Wendung lautet standardsprachlich meist ‚im Großen und Ganzen‘ mit Großschreibung von ‚Großen‘ und ‚Ganzen‘, wenn die feste Verbindung substantivisch gebraucht wird.“

– Duden (amtliches Regelwerk)

„In der deutschen Rechtschreibung werden Substantive/Nomen großgeschrieben. Die Großschreibung von ‚im Großen und Ganzen‘ ist ein klarer Fall der Substantivierung von Adjektiven in einer festen Wendung.“

sofatutor-Magazin (Lernplattform – Rechtschreibregeln)

Fazit: Wer „im Großen und Ganzen“ großschreibt, folgt der logischen Regel der Substantivierung – kein Sonderfall, sondern System. Für Verfasser von Bewerbungen und formellen Texten: die Großschreibung ist Pflicht. Für Arbeitnehmer: die Wendung im Zeugnis signalisiert Mittelmaß, nicht Lob.

Häufig gestellte Fragen

Kann „im Großen und Ganzen“ auch klein geschrieben werden?

Nein, die standardsprachlich korrekte Schreibweise ist ausschließlich „im Großen und Ganzen“ mit Großschreibung. Kleinschreibung gilt als Fehler (Duden).

Ist „im Großen und Ganzen“ formell oder informell?

Die Wendung ist sowohl in formellen als auch informellen Texten gebräuchlich, allerdings mit einer Tendenz zur gesprochenen Sprache. In sehr formellen Schriftstücken wird sie seltener verwendet (DWDS – Sprachgebrauch).

Gibt es einen Unterschied zwischen „im Großen und Ganzen“ und „im Großen und Ganzen gesehen“?

Die Variante „im Großen und Ganzen gesehen“ betont die Perspektive der Betrachtung, hat aber dieselbe Bedeutung und Schreibung (korrekturen.de).

Wie schreibt man „im Großen und Ganzen“ in der Schweiz?

In der Schweiz gilt die gleiche Regelung wie in Deutschland: Großschreibung. Die Rechtschreibung ist im deutschsprachigen Raum einheitlich (Grammis (IDS Mannheim)).

Kann die Wendung am Satzanfang stehen?

Ja, sie kann am Satzanfang stehen, dann wird das „I“ natürlich großgeschrieben, und die übrigen Wörter bleiben wie gewohnt groß (Studyflix).

Welche Note bedeutet „im Großen und Ganzen“ im Arbeitszeugnis?

Es entspricht in der Regel der Note 3 (befriedigend). Die Formulierung drückt aus, dass die Leistung im Wesentlichen den Erwartungen entsprach, aber nicht herausragend war (wirtschaftsdeutsch.de).

Wer die Regeln der Substantivierung verinnerlicht, hat nicht nur eine Schreibfrage weniger – sondern versteht, wie das Deutsche mit Wortarten spielt. Verwandte Beiträge: Euch groß oder klein – Bedeutung im Gangsta-Rap und U-Bahn-Haltestelle: Schreibweise, Fakten & Rekorde.