Pedro Almodóvar hat in über 40 Jahren Karriere viele Geschichten erzählt – über Leidenschaft, Schmerz und die Momente dazwischen. Jetzt hat der Spanier mit „The Room Next Door” sein erstes englischsprachiges Werk geschaffen. Ein Kammerspiel über zwei Freundinnen, eine tödliche Diagnose und die Frage, was es heißt, selbst zu entscheiden. Der Film wurde 2024 mit dem Goldenen Löwen in Venedig ausgezeichnet.

Regisseur: Pedro Almodóvar ·
Hauptdarstellerinnen: Julianne Moore, Tilda Swinton ·
Erscheinungsjahr: 2024 ·
Originaltitel: La habitación de al lado ·
Genre: Drama

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Pedro Almodóvar inszenierte sein erstes englischsprachiges Spielfilmdebüt (Filmstarts)
  • Julianne Moore spielt Ingrid, Tilda Swinton verkörpert Martha (Münchner Feuilleton)
  • Martha erkrankt an Gebärmutterhalskrebs und entscheidet sich für Suizid (taz)
  • Der Film basiert auf Sigrid Nunez’ Roman „Was fehlt dir?” (taz)
2Was unklar ist
  • Exakte Streaming-Verfügbarkeit in Deutschland unklar
  • Kinostartdatum für Deutschland nicht offiziell bestätigt
  • Box-Office-Zahlen noch nicht vollständig veröffentlicht
3Zeitleisten-Signal
  • Premiere in Venedig mit Goldenem Löwen ausgezeichnet (2024)
  • Kritiken erschienen ab Oktober 2024
  • Fortsetzung von Almodóvars Auseinandersetzung mit Alter und Sterben nach „Leid und Herrlichkeit” (2019)
4Wie es weitergeht
  • Breiterer Kinostart in Europa erwartet
  • Streaming-Rechte-Verhandlungen laufen
  • Diskussion um Euthanasie-Darstellung wird weiter geführt

Die wichtigsten Fakten zum Film auf einen Blick.

Kategorie Details
Titel The Room Next Door
Regie Pedro Almodóvar
Hauptdarstellerinnen Julianne Moore, Tilda Swinton, John Turturro
Produktionsjahr 2024
Genre Drama, Kammerspiel
Sprache Englisch
Romanvorlage Sigrid Nunez – „Was fehlt dir?”
Schauplätze New York, Landhaus in Neuengland
Auszeichnung Goldener Löwe, Venedig 2024

Was ist die Handlung von The Room Next Door?

Ingrid, eine erfolgreiche Romanautorin, erhält einen unerwarteten Anruf von Martha, einer ehemaligen Kriegsfotografin, die sie seit Jahrzehnten nicht gesehen hat. Martha ist todkrank: Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium, nach gescheiterter Chemo- und Immuntherapie bleibt nur noch wenig Zeit. Sie hat bereits drei andere Freundinnen gefragt, die alle abgesagt haben. Ingrid ist ihre letzte Option, wie die Filmstarts-Kritik berichtet.

Was zu beachten ist

Martha ist nicht nur irgendeine Sterbende. Sie war Kriegsfotografin, hat Konflikte dokumentiert und ist mit einer traumatisierten Vergangenheit belastet. Ihre Entscheidung für den selbstgewählten Tod ist kein Akt der Verzweiflung, sondern eine bewusste Wahl.

Freundschaft zweier Frauen

Ingrid soll in einem Landhaus in Neuengland auf Martha aufpassen – aber nicht eingreifen. Das Zimmer nebenan: dort wird Martha sein, wenn sie den lethalen Weg beschreitet. Die geschlossene Tür zwischen den beiden ist das zentrale Symbol des Films, wie das Münchner Feuilleton beschreibt. Ingrid ist präsent, aber nicht aktiv. Sie hört, riecht, spürt – aber greift nicht ein.

Filmisches Detail

In Rückblenden enthüllt Almodóvar Marthas Leben: die schwierige Beziehung zu ihrer Tochter, ein traumatisierter Ex-Partner aus dem Vietnamkrieg, die Erinnerungen an Schauplätze des Todes.

Das Perlentaucher hebt hervor, dass die Szenen im Landhaus die stärksten des Films sind – Close-Ups, Spannung, das Unvermeidliche.

Themen Krebs und Tod

Der Film thematisiert nicht die Krankheit als solche, sondern die Würde des Abschieds. Martha beschafft sich eine Tablette aus dem Darknet. Es geht nicht um Sterbehilfe im medizinischen Sinne – Ingrid hilft nicht aktiv. Sie ist Zeugin, Begleiterin, Freundin.

Die Botschaft

„Dies ist kein Film über den Tod. Es ist ein Film über das Leben und die Freiheit zu entscheiden, welche Art von Leben”, sagte Almodóvar im Spiegel.

Das Landhaus mit Holzverkleidung und wucherndem Garten wird zur Bühne für eine der intimsten Todesszenen der Filmgeschichte. Almodóvar setzt mit diesem Film seine Auseinandersetzung mit Alter und Sterben fort, die bereits in „Leid und Herrlichkeit” (2019) begann. Das epd Film bemerkt, dass der neue Film nüchterner inszeniert ist, aber dieselbe emotionale Tiefe besitzt.

Ist The Room Next Door ein guter Film?

Die Kritiken fallen überwiegend positiv aus, wenn auch nicht ohne Vorbehalte. Das Kammerspiel wird als elegant, intensiv und unsentimental beschrieben. Die Visualisierung von Gefühlen erfolgt durch Close-Ups, Farben, Licht – Almodóvar nutzt seine typischen Stilmittel, diesmal gedämpfter als gewohnt, berichtet das Münchner Feuilleton.

Kritiken auf Rotten Tomatoes

Auf Rotten Tomatoes zeigt der Film eine solide Bewertung. Die Ästhetik erinnert an Edward Hopper-Gemälde – isolierte Figuren in stillen Interieurs, wie die Filmstarts-Kritik bemerkt.

Warum das zählt

Mit Julianne Moore und Tilda Swinton hat Almodóvar zwei Darstellerinnen, die das Kammerspiel tragen. Ihre Präsenz macht jede Sekunde bedeutungsvoll.

Kritikpunkt einiger Rezensenten: die zurückhaltende Regie und die unklare Wahl, ausgerechnet mit diesem Stoff das US-Debüt zu wagen. Die Filmstarts bemängelt, dass Almodóvar seine visuelle Brillanz zügelt.

Vorteile und Nachteile

Upsides

  • Schauspiel von Julianne Moore und Tilda Swinton gilt als umwerfend
  • Intime, gefühlvolle Inszenierung
  • Starke Bildsprache mit Referenz zu Hopper
  • FBW-Prädikat als „berührend-menschliches Drama”
  • Goldener Löwe als internationale Bestätigung

Downsides

  • Langsames Tempo nicht für jeden Zuschauer geeignet
  • Zurückhaltende Regie wirkt teils distanziert
  • Sterben wird als „schön” dargestellt – kontrovers diskutiert
  • Manche Kritiker vermissen Almodóvars übliche Farbenpracht
  • US-Debüt mit englischem Stoff als fragwürdig empfunden

Die taz bemerkt: „Selten sah das Sterben schöner aus als in Pedro Almodóvars erstem englischsprachigen Spielfilm.” Diese Aussage fasst die Diskussion zusammen – der Film ist visuell ansprechend, emotional zugänglich, aber thematisch herausfordernd.

Was ist der Sinn des Films The Room Next Door?

Almodóvar selbst hat den Kern des Films im Spiegel beschrieben: Es geht um das Leben und die Freiheit, selbst zu entscheiden. Nicht um den Tod als Endpunkt, sondern um die Würde, den eigenen Abgang zu wählen.

Zentrale Themen

Der Film behandelt mehrere ineinandergreifende Themen: Freundschaft über Jahrzehnte, das Erbe von Traumata (Krieg, Krankheit), die Frage von Selbstbestimmung am Lebensende, und die Rolle einer Zeugin. Martha und Ingrid repräsentieren zwei unterschiedliche Haltungen zum Leben – Martha, die aktiv entscheidet, Ingrid, die passiv begleitet.

Filmisches Detail

Das Münchner Feuilleton beschreibt den Film als über Freundschaft, Beziehungen, familiäre Muster und Nähe.

Symbolik des Zimmers

Das „Zimmer nebenan” ist mehr als ein physischer Ort – es ist die Grenze zwischen Leben und Tod, zwischen Präsenz und Abwesenheit. Die geschlossene Tür bedeutet: Ingrid ist nicht Teil des eigentlichen Akts. Sie ist Zeuge, nicht Akteurin. Diese Distanz macht den Film so mutig und zugleich so behutsam.

Der Widerspruch

Almodóvar zeigt Sterben als schön, was einige Kritiker provoziert. Aber genau darin liegt seine These: Wer selbstbestimmt geht, geht in Würde. Der ästhetische Tod ist keine Verherrlichung, sondern eine Position.

Das Symbol des Zimmers spiegelt Almodóvars These wider – Freiheit zeigt sich nicht im Handeln, sondern im bewussten Loslassen.

Ist The Room Next Door auf einer wahren Geschichte basierend?

Nein. Der Film ist kein Aufarbeitung eines realen Ereignisses. „The Room Next Door” basiert auf dem Roman „Was fehlt dir?” (im Original: „What Are You Going Through?”) von Sigrid Nunez.

Ursprung des Drehbuchs

Almodóvar hat den Roman adaptiert, aber signifikante Änderungen vorgenommen. Im Roman liegt der Fokus enger auf der Beziehung der beiden Frauen. Der Film erweitert mit Rückblenden und Nebenhandlungen, wie die taz analysiert. Almodóvar hat einen fiktiven Stoff genommen und ihn zu seinem eigenen gemacht.

Das Perlentaucher bemerkt, dass die Rückblenden Marthas Vergangenheit als Kriegsfotografin zeigen – ein Element, das im Roman nicht so prominent ist.

Keine wahre Begebenheit

Sigrid Nunez’ Roman ist ein fiktives Werk. Die Figuren Martha und Ingrid, ihre Geschichte, die Krankheit, die Entscheidung – alles ist erfunden. Almodóvar hat daraus ein Kammerspiel geschaffen, das seine eigene Vision von Freundschaft und Sterblichkeit verkörpert.

Die Adaption zeigt, wie Almodóvar persönliche Themen aus fremdem Material destilliert – das Kammerspiel wird zur universellen Parabel über Würde und Entscheidung.

Ist The Room Next Door ein queerer Film?

Die Antwort ist differenziert. Almodóvar ist bekannt für seine Darstellungen von Frauenbeziehungen und nicht-normativen Sexualitäten. „The Room Next Door” zeigt eine intime Freundschaft zwischen zwei Frauen, aber keine explizit romantische oder sexuelle Beziehung.

Almodóvars queerer Stil

Almodóvar hat in Filmen wie „Alles über meine Mutter” und „Hable con ella” queere Themen zentral behandelt. „The Room Next Door” trägt seine Handschrift – die Fokussierung auf Frauen, die emotionale Tiefe, die visuellen Codes.

Filmisches Detail

Das Artechock hebt das „große Schauspielerinnenkino” hervor – Kritiker von Kino-Zeit bezeichnen ihn als „Maestro des Melodrams mit abgründigen Themen und Zwinkern”.

Charakterdynamik

Martha und Ingrid sind keine Lover. Ihre Beziehung ist jahrzehntelange Freundschaft, geteilte Erinnerungen, gemeinsame Entscheidungen. Die taz beschreibt es als intime Frauenfreundschaft – queere Elemente im Sinne von Almodóvars typischen Darstellungen, aber ohne explizite Queer-Handlung.

Der Film zeigt, was möglich ist, wenn zwei Menschen sich nah genug sind, um den letzten Weg gemeinsam zu gehen – ohne Romantik, aber mit einer Tiefe, die über platonische Freundschaft hinausgeht.

Stimmen zum Film

„Dies ist kein Film über den Tod. Es ist ein Film über das Leben und die Freiheit zu entscheiden, welche Art von Leben.”

— Pedro Almodóvar im Spiegel

„Selten sah das Sterben schöner aus als in Pedro Almodóvars erstem englischsprachigen Spielfilm.”

— taz-Kritik

Der Film hat in Deutschland und international Anerkennung gefunden. Die FBW vergab das Prädikat „besonders wertvoll” als „berührend-menschliches Drama”. Die internationale Kritik hebt die zurückhaltende, aber wirkungsvolle Inszenierung hervor.

Fazit: Almodóvar schuf mit „The Room Next Door” sein reifstes Werk – für Freunde des Autorenfilms eine klare Empfehlung, für Konsum-Kino-Fans möglicherweise zu langsam.

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Häufig gestellte Fragen

Gibt es The Room Next Door auf Netflix?

Derzeit ist nicht offiziell bestätigt, dass „The Room Next Door” auf Netflix verfügbar ist. Der Film befindet sich möglicherweise noch in der Kinophase oder in Verhandlungen für Streaming-Rechte.

Wo kann man The Room Next Door streamen?

Offizielle Streaming-Informationen für Deutschland liegen noch nicht vor. Es empfiehlt sich, Plattformen wie Amazon Prime Video, Disney+ oder Apple TV+ zu prüfen, die häufig europäische Autorenfilme anbieten.

Wer ist der Stylist von The Room Next Door?

Detaillierte Informationen zum Styling-Team sind nicht in den öffentlich verfügbaren Kritiken enthalten. Almodóvar arbeitet traditionell mit festen Teams, aber spezifische Styling-Credits müssen auf IMDb oder in den Abspann-Informationen nachgeschlagen werden.

Gibt es The Room Next Door als DVD?

Eine DVD-Veröffentlichung ist derzeit noch nicht angekündigt. Da der Film erst 2024 erschienen ist, wird die physische Veröffentlichung voraussichtlich nach der Kinophase erfolgen.

Was sagen Kritiken zu The Room Next Door?

Die Kritiken sind überwiegend positiv. Lob gibt es für das Schauspiel von Moore und Swinton, die elegante Inszenierung und die mutige Themenwahl. Kritikpunkte betreffen das langsame Tempo und die kontroverse Darstellung von Suizid als ästhetisch.

Welche Bewertungen hat The Room Next Door?

Der Film hat positive Bewertungen auf Rotten Tomatoes und wurde in Deutschland von der FBW mit dem Prädikat „besonders wertvoll” ausgezeichnet. Die genaue Punktzahl variiert je nach Plattform.

Ist The Room Next Door auf Englisch?

Ja, „The Room Next Door” ist Pedro Almodóvars erstes englischsprachiges Spielfilmdebüt. Die Hauptdarstellerinnen Julianne Moore und Tilda Swinton sind englische Muttersprachlerinnen.