
EFKffT: Definition, Unterschiede, Aufgaben & Ausbildung
Wer in seinem Job regelmäßig elektrische Geräte anschließt, aber keine abgeschlossene Elektroausbildung hat, kennt die Frustration: Die Arbeit ist klar, die Verantwortung aber rechtlich diffus. Genau hier setzt die sogenannte Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) an – eine Zusatzqualifikation, die Handwerkern, Hausmeistern und vielen anderen einen klar eingegrenzten Handlungsspielraum verschafft. In diesem Artikel erfahren Sie, was die EFKffT genau ist, wie sie sich von einer vollwertigen Elektrofachkraft unterscheidet und ob sie für Ihren Arbeitsalltag infrage kommt.
Ausbildungsdauer: 2 Wochen (80 UE) ·
Kosten: 1.500–2.500 € ·
Gültigkeit: Unbefristet ·
Zertifizierung: TÜV, IHK, DEKRA, BG
Kurzüberblick
- EFKffT ist eine Zusatzqualifikation, keine Vollausbildung (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG)
- Ausbildung umfasst Theorie und Praxis (je 40 UE) (Quelle: Bildungsträger TA Burgenland)
- Zertifikat ist unbefristet gültig (Quelle: Berufsportal Azubiyo)
- Kostenübernahme durch den Arbeitgeber – variiert je nach Betrieb (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG)
- Anerkennung von Bildungsurlaub muss bei jedem Anbieter einzeln erfragt werden (Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG)
- Keine aktuellen Änderungen in DGUV Vorschrift 3 absehbar – Rahmen bleibt stabil
- Wachsende Nachfrage: Betriebe setzen vermehrt auf EFKffT für interne Elektroaufgaben (Quelle: Berufsportal Azubiyo)
| Offizielle Bezeichnung | Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | DGUV Vorschrift 3, TRBS 1203 (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG) |
| Ausbildungsdauer | 80 Unterrichtseinheiten (2 Wochen) |
| Kosten | ca. 1.500–2.500 € |
| Zertifizierungsstelle | TÜV, IHK, DEKRA, BG |
Was ist eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT)?
Die EFKffT ist eine am Markt etablierte Zusatzqualifikation, die Fachkräfte ohne vollwertige Elektroausbildung befähigt, genau definierte, sich wiederholende Arbeiten an elektrischen Anlagen auszuführen. Anders als die umfassende Elektrofachkraft beschränkt sich das Tätigkeitsspektrum auf einen vorher festgelegten und dokumentierten Katalog.
Welche Tätigkeiten sind festgelegt?
- Anschließen elektrischer Betriebsmittel wie Motoren, Pumpen, Elektroherde – stets nach Vorgabe und im spannungsfreien Zustand (Quelle: Bildungsträger TA Burgenland)
- Wiederkehrende Montage- und Wartungsarbeiten an Anlagenteilen, die vom Unternehmer schriftlich zugewiesen wurden (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG)
Was bedeutet der Begriff ‚Kleiner Elektroschein‘?
Im Sprachgebrauch hat sich für die EFKffT die Bezeichnung „Kleiner Elektroschein“ eingebürgert. Sie ist nicht offiziell, verdeutlicht aber den abgegrenzten und im Vergleich zur Vollausbildung kleineren Verantwortungsbereich.
Die EFKffT ist kein Ersatz für eine Elektrofachkraft, sondern eine pragmatische Lösung für Betriebe, die feste, gleichbleibende Elektroaufgaben sicher besetzen wollen – ohne dass jeder Mitarbeiter eine mehrjährige Ausbildung durchlaufen muss.
Was ist der Unterschied zwischen Elektrofachkraft und EFKffT?
Der zentrale Unterschied liegt im Umfang der Berechtigungen. Während eine vollwertige Elektrofachkraft eigenverantwortlich an fast allen elektrischen Anlagen arbeiten darf, ist die EFKffT an einen vom Unternehmer festgelegten Tätigkeitskatalog gebunden.
Was ist eine vollwertige Elektrofachkraft?
- Hat eine abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung (z. B. Elektroniker) absolviert und darf eigenverantwortlich an Anlagen bis 1 kV arbeiten (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG)
- Kann Gefährdungen selbstständig beurteilen und Schutzmaßnahmen festlegen
Wann reicht eine EFKffT im Betrieb aus?
Viele Betriebe haben einen festen Bestand an Maschinen und Anlagen, die nur angeschlossen, gewartet oder getauscht werden müssen. Für genau diese immer gleichen Abläufe ist die EFKffT die wirtschaftlich sinnvolle Lösung – der Mitarbeiter wird nicht überqualifiziert und bleibt in seinem Tätigkeitsprofil.
Die EFKffT darf keine Änderungen an der elektrischen Anlage vornehmen. Sobald ein Schaltplan neu konzipiert oder ein Stromkreis umgebaut werden muss, ist die vollwertige Elektrofachkraft gefragt – oder es drohen Haftungsrisiken für den Unternehmer.
Fünf Punkte fassen die Unterschiede kompakt zusammen:
Vollwertige Elektrofachkraft: uneingeschränkte Arbeiten an Anlagen bis 1 kV, eigene Gefährdungsbeurteilung, volle Verantwortung – EFKffT: nur festgelegte, gleichartige Arbeiten, keine Gefährdungsbeurteilung, keine Änderungen an der Anlage.
Was darf eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKFFT)?
Die erlaubten Tätigkeiten sind in der Bestellung durch den Unternehmer exakt aufgeführt. Üblicherweise umfassen sie: Anschluss von Betriebsmitteln, Austausch von Komponenten, wiederkehrende Prüfungen nach Vorgabe.
Was darf eine EFKffT nicht machen?
- Arbeiten an aktiven Teilen – Spannungsfreiheit ist zwingend (Quelle: Bildungsträger TA Burgenland)
- Messen in unmittelbarer Nähe von Spannungen über 50 V AC ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG)
- Eigenständige Veränderungen an der elektrischen Anlage oder am Schaltplan
Welche Einschränkungen gelten?
Die EFKffT darf nur an Anlagen mit Nennspannungen bis 1 000 V AC bzw. 1 500 DC arbeiten (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG). Der Tätigkeitskatalog muss schriftlich dokumentiert sein und darf nicht eigenmächtig erweitert werden. Das bedeutet im Alltag: klare Grenzen, aber auch klare Sicherheit für den Mitarbeiter.
Wer darf Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten werden?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem elektrotechnischen Beruf – etwa Mechatroniker, Elektroanlagenmonteur oder Elektroniker. Doch auch langjährige Berufserfahrung im Elektrobereich kann ausreichen, wenn die Berufsgenossenschaft im Einzelfall zustimmt (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG).
Welche Zielgruppen profitieren besonders von der EFKffT?
- Handwerker in der Gebäudetechnik, die regelmäßig elektrische Geräte anschließen
- Hausmeister in größeren Liegenschaften mit festem Anlagenbestand (Quelle: Berufsportal Azubiyo)
- Facharbeiter aus der Produktion, die Maschinen umrüsten oder warten
Die Ausbildung steht grundsätzlich auch Personen ohne formale Elektroausbildung offen, wenn sie die Einzelfallprüfung der BG bestehen. Das macht die EFKffT zu einer echten Brücke für Quereinsteiger.
Wie lange ist die EFKffT gültig und wo kann man sie erwerben?
Das Zertifikat ist zeitlich unbegrenzt gültig – es sei denn, die festgelegten Tätigkeiten ändern sich. Dann muss der Unternehmer eine neue Bestellung ausstellen, die auf der aktualisierten Qualifikation basiert (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG). Eine Wiederholungspflicht gibt es nicht.
Welche Anbieter bieten die EFKffT-Ausbildung an?
- TÜV SÜD, TÜV Nord, TÜV Rheinland
- DEKRA
- IHK (regionale Industrie- und Handelskammern)
- Berufsgenossenschaften (z. B. BGETEM)
- Private Bildungsträger wie TA Burgenland (Kosten: ca. 2.479 € inkl. Prüfung) (Quelle: Bildungsträger TA Burgenland)
Kann die Ausbildung als Bildungsurlaub genutzt werden?
Ja, in einigen Bundesländern, darunter Hamburg und Schleswig-Holstein, ist die EFKffT-Ausbildung als Bildungsurlaub anerkannt. Arbeitnehmer können sich dafür bis zu fünf Tage pro Jahr freistellen lassen. Vor der Anmeldung sollte die Anerkennung beim jeweiligen Anbieter erfragt werden, da die Bundesländer unterschiedliche Kriterien anlegen.
Gibt es regionale Unterschiede (z. B. Hamburg)?
Hamburg zählt zu den Vorreitern bei der Anerkennung von Bildungsurlaub für die EFKffT. Auch in Bremen und Niedersachsen sind einige Anbieter gelistet. In Bayern und Baden-Württemberg ist die Anerkennung eher die Ausnahme. Eine Recherche auf den Seiten der zuständigen Bildungsurlaubsdatenbanken ist empfehlenswert.
Vergleich: EFKffT vs. vollwertige Elektrofachkraft
Vier Unterschiede, die die Entscheidung beeinflussen: Umfang der Tätigkeiten, erforderliche Ausbildung, Verantwortung und Kosten.
| Merkmal | EFKffT | Vollwertige Elektrofachkraft |
|---|---|---|
| Tätigkeitsumfang | Nur festgelegte, gleichartige Arbeiten | Alle Arbeiten an elektrischen Anlagen |
| Erforderliche Ausbildung | 80 UE (ca. 2 Wochen) + Prüfung | 3,5 Jahre Berufsausbildung + Prüfung |
| Eigenverantwortung | Keine – Unternehmer haftet | Volle Verantwortung nach DGUV |
| Typische Kosten | 1.500–2.500 € | Mehrere tausend Euro (Ausbildungskosten) |
| Spannungsgrenze | Bis 1.000 V AC / 1.500 V DC | Unbegrenzt (je nach Befähigung) |
Der zentrale Trade-off: Die EFKffT ist günstiger und schneller, bleibt aber auf repetitive Standardarbeiten beschränkt. Wer einmal eine Anlage neu konzipieren oder eine Gefährdungsbeurteilung erstellen muss, kommt ohne die Vollqualifikation nicht aus.
Schritte zur EFKffT-Ausbildung – so geht es
Der Weg zur EFKffT ist klar strukturiert. Folgen Sie diesen fünf Schritten:
- Voraussetzungen prüfen: Elektrotechnische Ausbildung oder langjährige Berufserfahrung – im Zweifel bei der BG nachfragen.
- Anbieter wählen: TÜV, IHK, DEKRA oder private Träger vergleichen – auch auf Termine und Standort achten.
- Bildungsurlaub beantragen: Falls möglich, Freistellung beim Arbeitgeber für die zwei Wochen einreichen.
- Lehrgang absolvieren: 80 UE in Theorie und Praxis – meist als Blockkurs oder aufgeteilt in zwei Wochen.
- Prüfung ablegen: Schriftlich und praktisch – bei Bestehen erhalten Sie das Zertifikat (unbefristet).
Nach der Zertifizierung legt Ihr Arbeitgeber schriftlich die konkreten Tätigkeiten fest – damit sind Sie rechtlich abgesichert.
Bestätigte Fakten
- EFKffT ist eine Zusatzqualifikation – keine Vollausbildung (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG)
- Ausbildung umfasst Theorie und Praxis (je 40 UE) (Quelle: Bildungsträger TA Burgenland)
- Zertifikat ist unbefristet gültig (Quelle: Berufsportal Azubiyo)
Was unklar ist
- Kostenübernahme durch den Arbeitgeber variiert stark
- Anerkennung von Bildungsurlaub nicht bundeseinheitlich geklärt
Für Betriebe, die ihre Mitarbeiter zielgerichtet qualifizieren wollen, ist die EFKffT ein strategisches Instrument – aber kein Allheilmittel. Die Entscheidung hängt von der konkreten Aufgabenverteilung ab: Sind die Tätigkeiten wirklich gleichbleibend und dokumentierbar, spricht alles für die EFKffT. Andernfalls bleibt nur die vollwertige Elektrofachkraft. Für den einzelnen Arbeitnehmer wiederum ist die Rechnung klar: Mit der EFKffT können Sie Ihre tägliche Arbeit rechtssicher ausführen, müssen aber akzeptieren, dass Sie im Zweifel einen Vorgesetzten hinzuziehen müssen. Wer hingegen langfristig eigenverantwortlich arbeiten möchte, investiert besser in die vollständige Ausbildung – auch wenn das bedeutet, drei Jahre zu opfern statt zwei Wochen.
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akademie.tuv.com, elektrofachkraft.de, ihk.de, dekra-akademie.de, dekra-akademie.de
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet die EFKffT-Ausbildung?
Die Kosten liegen zwischen 1.500 und 2.500 €, je nach Anbieter und Region. Ein Beispiel: TA Burgenland nennt 2.479 € inklusive Prüfung (Quelle: Bildungsträger TA Burgenland). Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten.
Ist die EFKffT international anerkannt?
Nein, die EFKffT basiert auf deutschem Arbeitsschutzrecht (DGUV Vorschrift 3). Eine Anerkennung im Ausland ist nicht automatisch gegeben – im EU-Raum kann die Gleichwertigkeit im Einzelfall geprüft werden.
Kann man die EFKffT online absolvieren?
Reine Onlinekurse sind nicht zulässig, da die praktischen Übungen (40 UE) in Präsenz stattfinden müssen. Einige Anbieter bieten Blended-Learning an: Theorie online, Praxis vor Ort.
Welche Prüfung muss man ablegen?
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil (Rechtsgrundlagen, Fachwissen) und einer praktischen Aufgabe (z. B. Anschluss eines Motors). Beide Teile müssen bestanden werden.
Was passiert, wenn die festgelegten Tätigkeiten geändert werden?
Der Unternehmer muss eine neue schriftliche Bestellung ausstellen. Sind die neuen Tätigkeiten nicht durch die bestehende EFKffT-Ausbildung abgedeckt, ist eine Nachqualifizierung oder eine erneute Prüfung erforderlich (Quelle: Fachportal für Arbeitssicherheit – FORUM VERLAG).
Braucht man eine EFKffT, wenn man bereits eine vollwertige Elektrofachkraft ist?
Nein. Eine vollwertige Elektrofachkraft darf alle Tätigkeiten ausführen, die auch der EFKffT erlaubt sind – und darüber hinaus. Die EFKffT ist nur für Personen ohne Vollqualifikation gedacht.
Gibt es eine Altersgrenze für die Ausbildung?
Nein, eine offizielle Altersgrenze besteht nicht. Voraussetzung ist die körperliche und geistige Eignung. Viele Anbieter verlangen ein Mindestalter von 18 Jahren.